Vergewaltigung


Die Reform des Sexualstrafrechts hat in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt und eine Aussage in aller Bewusstsein gebracht:

 

Nein heißt nein!

 

Das kennen wir nun alle. Das ist griffig, eingängig und lässt sich hervorragend merken. 

 

Aber was heißt das eigentlich in der Praxis? Muss eine Frau diese vier Buchstaben hintereinander reihen N-E-I-N, damit aus Sex eine Vergewaltigung wird? Was, wenn sie das nicht sagt? Was, wenn sie gar nichts sagt? Ist dann eine Vergewaltigung ausgeschlossen?  Und wie laut muss sie das eigentlich sagen? Und in welcher Sprache?

 

Klar ist: Vergewaltigung bzw. sexuelle Nötigung sind Verbrechen. Die Mindeststrafe beträgt ein Jahr Freiheitsstrafe. In besonders schweren Fällen liegt sie sogar weit höher. 

 

War es nach dem alten Recht erforderlich, dass der Täter den Willen des Opfers aktiv überwinden muss, um zum Geschlechtsverkehr zu kommen, so reicht es nun aus, wenn er den Willen des Opfers übergeht. Es muss also für den Täter nur irgendwie erkennbar sein, dass der gewählte Sexualpartner ein solcher nicht sein will. 

 

Aber was ist denn, wenn es einvernehmlich anfängt? Wenn sich gar nicht der Anschein ergibt, dass das Opfer vielleicht während des Aktes einen entgegenstehenden Willen bildet und plötzlich nicht mehr will? Das ist mitunter schwer zu erkennen!

 

Richtig schwierig – auch für das Opfer übrigens – sind Fälle, in denen das Opfer schlicht gar nicht mehr reagiert. Und das kommt immer wieder vor: das Opfer kann den entgegenstehenden Willen gar nicht kundtun, da es in einer Art Starre verharrt. Diese Opfer weinen oft nicht, wehren sich nicht und sprechen auch nicht. Und dennoch fühlen sie sich nach dem Verkehr vergewaltigt.  

 

Wie soll in einem solchen Fall das Opfer denn klarmachen, dass es das nicht wollte? Und wie soll der vermeintliche Vergewaltiger klarmachen, dass das Leid des Opfers für ihn nicht zu erkennen war?

 

Männer tappen also schnell in die Falle. Denn die Frau muss ja nur IRGENDWIE kenntlich machen, dass sie nicht will, was mit ihr passiert – fatal. Denn, sind wir mal ehrlich: Im Eifer des Gefechts achtet Man(n) auf bestimmte Kleinigkeiten vielleicht nicht so genau. Und es ist schlicht lebensfremd, anzunehmen, dass während eines Aktes der Mann alle 30 Sekunden fragt, ob es noch genehm ist, dass er weitermacht....

 

So oder so – die schönste Nebensache der Welt kann schnell zu sehr sehr hässlichen Verfahren führen, die kaum allein zu bewältigen sind.

 

Zögern Sie also nicht! Rufen Sie an! Mit mir können Sie sprechen! Vertraulich, diskret und ehrlich! 

 

Erfahrungen & Bewertungen zu Rechtsanwältin Andrea Schubert