Kinderpornografie


"Ich würde niemals ein Kind anpacken!"

Das ist der häufigste Satz, den ein Verteidiger hört, wenn dem Mandanten Besitz, Erwerb oder Verbreitung von Kinderpornographie vorgeworfen wird.

Und das glaube ich Ihnen! In den meisten Fällen stimmt das auch! Aber das ist nicht die Zielrichtung der Strafbarkeit! Es geht um etwas Anderes.


Pornographie an sich ist in Deutschland nicht pauschal strafbar. Es gibt viele Beispiele für ganz legale Pornographie und es ist ausgesprochen einfach, sie zu bekommen.  Aber es gibt auch durchaus strafbare Bereiche - immer da, wo durch die Darstellung in die Selbstbestimmung eingegriffen wird. Das kann auf Empfängerseite der Fall sein, aber auch auf Seiten der Abgebildeten. So ist nach § 184 StGB die Verbreitung pornographischer Schriften strafbar, auch wenn sie Erwachsene darstellt. Bestraft wird dabei die Verbreitung, um eine unfreiwillige Konfrontation mit Pornographie zu verhindern, vor allem in Bezug auf den Jugendschutz. 

 

Natürlich - auch dies ist ein in der Öffentlichkeit bekanntes und heiß diskutiertes Thema - ist die Verbreitung, der Erwerb und der Besitz kinder- und jugendpornographischer Schriften strafbar.

 

Im Klartext:

Alle pornographischen Darstellungen von Personen unter 18 Jahren sind verboten!

 

Das gilt auch für Material, dass Jugendliche vielleicht selbst anfertigen und - heute erstaunlich oft der Fall - per WhatsApp an Freunde verschicken. 

 

Der Gesetzgeber möchte Kinder und Jugendliche vor dem sexuellen Missbrauch schützen, der notwendigerweise vorgenommen werden muss, um Bilder oder Filme zu bekommen. Durch die Bestrafung des Konsumenten soll der Anreiz zur Nachahmung genommen und der "Markt ausgetrocknet" werden. Ein Unterfangen, dass nur teilweise gelingt. 

 

Wichtig!! 

Es werden nicht nur die Herstellung und der Download bestraft, sondern auch der Besitz! 

 

Wenn sich also unter den im Internet heruntergeladenen Bildern oder Filmen Kinderpornos befinden und sie laden auf dem Rechner, dann ist das strafbar. Und wenn Sie sie löschen, die Dateien aber im Cache bleiben, dann ist das immer noch strafbar. Sie müssen schon wirklich sehr sehr gründlich gelöscht haben, um alles zu beseitigen.

Übrigens: auch die Dateien zu Beweiszwecken oder aus sonst irgendeinem Grund "zu sichern" ist eine ganz schlechte Idee!

 

Die Strafen sind empfindlich. Außerdem sind die Verfahren für die Beschuldigten hochnotpeinlich; ist doch in den meisten Köpfen Kinderpornographie stets mit Pädophilie gleichgesetzt.

Das ist zwar so pauschal nicht richtig, doch der Makel haftet Ihnen an und es ist ungeheuer schwer, den wieder loszuwerden. Daher ist es um so wichtiger, dass Sie sich als Beschuldigter jemanden anvertrauen können, der vorurteilsfrei und sachlich auf den Fall schaut.

Denn bei kaum einem anderen Delikt wird deutlicher: Jeder Fall ist anders und jeder Mandant bringt seine ganz eigene Geschichte mit. Sogar dann, wenn er dieselben Bilder auf einem Datenträger hat, wie tausend Andere auch.

 

Die Verteidigung in solchen Fälle ist sehr individuell. So sind neben den technischen Besonderheiten, wie dem Speicherort, dem Dateistatus und der Datenquelle auch die Persönlichkeit des Mandanten für die Handhabung von entscheidender Bedeutung für den Ablauf des Verfahrens und die Straferwartung. 

 

Sie können sich sicher sein, dass wir als Ihre Verteidiger Sie nicht verurteilen werden - egal wie viel, egal woher und egal wieso. Also vertrauen Sie sich uns an! Wir stehen Ihnen bei- diskret, kompetent und zuverlässig.

Erfahrungen & Bewertungen zu Rechtsanwältin Andrea Schubert